In jüngster Zeit hat sich der Einsatz von Botulinum Toxin A durch gezielte Injektion in die schmerzhaften betroffenen Muskeln als effektive Therapiemaßnahme erwiesen. Botulinum Toxin A wird seit vielen Jahren erfolgreich bei zahlreichen Erkrankungen eingesetzt, die durch eine unangemessen hohe Muskelanspannung charakterisiert sind. Aktuell zeigt sich als effektives neues Anwendungsgebiet u.a. der Einsatz bei Kopfschmerz vom Spannungstyp, Migräne, muskulären Schmerzsyndromen im Bereich des Nackens, des Schultergürtels und des Rückens. Der Einsatz beruht auf mannigfaltigen Wirkmechanismen
Botulinum Toxin Typ A hemmt eine übermäßige Muskelverspannung. Aufgrund dieser muskelentspannenden Eigenschaften wird Botulinum Toxin Typ A bei einer Reihe von Muskelerkrankungen eingesetzt, z.B. Spastik, Spitzfussfehlstellung bei Kindern und Bewegungsstörungen des Kopfes mit übermäßiger Muskelanspannung. Die zunehmende und anhaltende Muskelentspannung durch Botulinum Toxin A soll bei muskulären Schmerzsyndrom ebenfalls die Muskeln entspannen, die Durchblutung in den schmerzhaften Muskelpunkten verbessern und dadurch den Schmerz reduzieren. Neue Studien zeigen zudem auf, daß der Wirkstoff auch die Muskelsteuerung normalisieren kann, Entzündungsprozesse vorbeugen und die hohe Empfindlichkeit für Schmerzstoffe verringern kann. Botulinum Toxin Typ A ist seit 1993 für die Behandlung verschiedener Erkrankungen mit muskulärer Oberanspannung zugelassenen, z.B. in der Augenheilkunde zur Therapie von Schielstellungen, und in der Neurologie zur Behandlung von Bewegungsstörungen mit übermäßiger Muskelanspannung. Daneben haben sich eine Reihe weiterer Anwendungen als effektive Einsatzgebiete erwiesen, wie z.B. Migräne, Spannungskopfschmerzen, Nackenschmerzen, Rückenschmerzen, die übermäßige Schweißbildung und kosmetische Behandlungen bei muskulären Falten.
W I C H T I G: Die Behandlung mit Botulinum Toxin
A wird während eines Termines durchgeführt. Sie erhalten dabei mit einer
sehr dünnen Nadel an mehreren Stellen der Kopf‑ und Nackenmuskulatur
Injektionen. In der Regel sind diese Injektionen nur wenig schmerzhaft. Die
Wirkung setzt zu meist nach rund 14
Tagen ein. Die Dauer der Wirkung kann drei
bis sechs Monaten anhalten. Auch nach dieser Zeit kann die Wirkung
bestehen bleiben. Wenn Sie es wünschen
, kann anschließend eine Wiederholungsinjektion durchgeführt werden.
Nebenwirkungen der therapeutischen Gabe kann vorübergehend eine zu
starke Schwächung des Zielmuskels oder benachbarter Muskeln bei zu hoher
Dosis sein, z.B. Schluckstörungen oder ein Hängen des Augenlides. In sehr
seltenen Fällen können kurzzeitige grippeartige Symptome mit Muskelschmerzen
auftreten. Sollten diese auftreten, können Sie die Beschwerden durch Einnahme
einer Tablette Vioxx 25 mg pro Tag behandeln. Bitte notieren Sie dies in Ihrem
Schmerztagebuch. Bei regelmäßiger und insbesondere kurzfristiger Wiederholunq
der Injektion kann es vereinzelt
zum Wirkungsverlust des Botulinum-Toxins kommen. Daher werden
Wiederholungsinjektionen in der Regel frühestens nach
8 Wochen durchgeführt. In Einzelfällen sind Überempfindlichkeitsreaktionen
möglich
Das Medikament darf nicht eingesetzt werden bei Blutgerinnungsstörungen , Myasthenia gravis , Lambert – Eaton – Rook- Syndrom , bei einer Behandlung mit Aminoglykosid-Antibiotika oder Spectinomycin sowie Infekten bzw. Entzündungen der vorgesehenen Injektionsstellen. Auch dürfen Patienten mit Schluckstörungen und ausgeprägten chronischen Atembeschwerden nicht behandelt werden.
Besonderheiten der Behandlung
WICHTIG :Der Arzt bittet Sie, eine Skala zu Ihrer Beurteilung der Stärke der Schmerzen täglich um 20.00 Uhr auszufüllen. Dazu erhalten Sie ein Patiententagebuch. Bitte füllen Sie dieses regelmäßig täglich sorgfältig aus. Die Qualität der Verlaufsbeurteilung hängt von der regelmäßigen genauen täglichen Eintragung in das Tagebuch ab. Fragen Sie bitte Ihren Arzt, wenn dabei Fragen auftreten , die Ihnen unklar sind.
Nach sechs bzw. zwölf Wochen finden Kontrolluntersuchungen statt.
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