Osteoporose ist eine weit verbreitete, mit steigendem Alter
immer häufigere Erkrankung.
Sie ist durch eine stoffwechselbedingte, zunehmende Verringerung des
Mineralsalzgehaltes der Knochen, besonders der Wirbelsäule gekennzeichnet.
Mangelnde Bewegung und falsche Ernährung beschleunigen den
Prozess .
Röntgenologisch stellt sich ein sehr streifiger, durchsichtiger Knochen dar.
Endgültigen Aufschluss gibt eine Knochendichtmessung (Osteodensitometrie).
Als Behandlungsmaßnahmen kommen ausreichende Bewegung,
vitaminreiche Ernährung und den Knochenstoffwechsel und damit die Erhöhung des
Mineralsalzgehaltes fordernde Medikamente in Frage. Oft führt dies aber nicht
wieder zu einer ausreichenden Festigkeit und Widerstandskraft des Knochen.
Ebenso häufig wird eine Osteoporose auch nicht erkannt und bleibt unbehandelt.
Neben dem erhöhten Risiko, einen Knochenbruch davon zu
tragen , leiden die Patienten oft unter chronischen Schmerzen. Selbst kleine
Unfälle können zu einen Bruch eines oder mehrerer Wirbelkörper der Wirbelsäule
führen. Das betrifft insbesondere die Brust- und Lendenwirbelsäule.
Das Hauptproblem stellen dann dauernde, oft starke Schmerzen dar. Lähmungen sind
dabei selten.
Früher stand keine Möglichkeit zur Verfügung, dem Problem aktiv zu begegnen.
Operationen, die das Ziel hatten den gebrochenen Wirbelkörper zu ersetzen, waren
nicht möglich. Der Knochensalzgehalt war zu niedrig, um einem Implantat Halt zu
bieten . Außerdem stellt eine Wirbelkörperersatzoperation immer noch einen sehr
großen Eingriff mit entsprechend hohem Risiko dar, was sich bei älteren Menschen
oft verbietet. Zu dem ist die Osteoporose oder die Gefahr eines
Wirbelkörperbruches nicht nur auf einen Wirbelkörper beschränkt.
Als wesentlich weniger belastende, minimal invasive
Möglichkeit, bietet sich jetzt die neu entwickelte perkutane Osteoplastie
an.
Dabei wird in einem ambulanten Eingriff unter röntgenologischer Kontrolle,
flüssiger, langsam aushärtender Knochenzement in den Wirbelkörper gespritzt. Das
führt zu einer umgehenden Stabilisierung des weiter bruchgefährdeten Wirbels und
die Schmerzen werden geringer.
Vorgehensweise
Der Eingriff erfolgt in Lokalanästhesie , d.h. örtliches
Betäubungsmittel wird mit einer Nadel an den Ort des Eingriffes gespritzt .
Dabei liegt der Patient auf den Bauch und es wird vorsichtig eine Spezialnadel
in den Wirbelkörper vorgeschoben. Dabei lässt sich der Sitz der Nadel ständig
röntgenologisch überprüfen. Ist der korrekte Punkt im Wirbelkörper erreicht,
wird über die liegende Nadel unter ständiger Röntgenkontrolle der noch flüssige
Knochenzement in den Knochen eingebracht , bis der Wirbelkörper ausgefüllt ist.
Es kommt dabei zu einer leichten Wärmeentwicklung im OP-Gebiet.
Dann kann die Injektionsnadel problemlos herausgezogen werden und der Eingriff
ist beendet. Nach 10 Minuten hat sich der Zement seiner dauerhaften Festigkeit
angenommen. Der Patient kann nach einer Überwachungszeit von 4 –6 Stunden
mobilisiert und nach Hause entlassen werden.
Komplikationsmöglichkeiten
Obwohl es sich um einen risikoarmen, wenig belastenden Eingriff handelt, muss jeder Patient auch über den unwahrscheinlichen Fall eine Komplikation informiert werden.
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Rötung oder Eiterbildung im Verlauf des Stichkanals-
Fortbestehen der Schmerzproblematik trotz Knochenzementinjektion-
Zunahme des Wirbelbruches-
Lähmung eines oder beiden Beinen- Störungen der Funktion der von Blase und Mastdarm
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![]() Die Nadel befindet sich korrekt im Pedikel CT-Kontrolle |
![]() Die Nadel befindet sich im Wirbelkörper vor der der Zementapplikation |
![]() CT-Kontrolle nach der Applikation des Zementes |
![]() 3 D Rekonstruktion während der Injektion |